Katharina

Asylum rights activist. Writer. Accordeon music lover.

Fähigkeiten: HTML, CSS, C, PHP, CiviCRM

Ein paar Worte zu dir, wer bist du?

Ich bin Katharina. Ich verbringe meine Zeit z.B. mit Asylgerichtsverfahren, mit der Eroberung von Computern oder beim Gärtnern. Ich studiere den Bachelor Informatik an der Universität Leipzig. Außerdem lese, denke und diskutiere ich gerne über Feminismus.

Wie und wann hast du mit dem Programmieren begonnen?

Vor zwei Jahren, als ich 24 war. Ich hatte meinen ersten Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaft gemacht und überlegt, was ich als nächstes tun will. In meiner aktivistischen Arbeit (Asylrechtsberatung) war ich mit Themen wie Datenschutz und sicherer digitaler Kommunikation in Berührung gekommen und interessierte mich für IT-Sicherheit. Ich wollte einen auf IT-Sicherheit spezialisierten Studiengang finden, aber gleichzeitig wollte ich auch in Leipzig bleiben. So bin ich beim “normalen” IT-Bachelor gelandet, den ich jetzt studiere. Ich versuchte, den Fokus etwas mehr auf IT-Sicherheit zu legen, indem ich ein Semester lang einen Kurs an der Hochschule in Mittweida besuchte. Aber ich habe auch verstanden, dass ich, um IT-Sicherheit wirklich zu beherrschen, auch ein tiefes Verständnis für viele andere Themen haben muss. Auf die Art habe ich es geschafft, geduldig zu bleiben :)

Was magst du besonders am Programmieren?

Ich will stattdessen die Frage beantworten, was ich am meisten an Hacking bewundere: Es fühlt sich wie ein sehr mächtiges Werkzeug für Gleichberechtigung und Gerechtigkeit an. Eine der coolsten (wahrscheinlich) Frauen unserer Zeit, die Hackerin Phineas Fisher, hat bewiesen, dass Hacking einer der seltenen Bereiche ist, in denen man tatsächlich so etwas wie Waffengleichheit haben kann: Sie hackte eine Firma aus München, die Spyware produziert und an Diktaturen in der ganzen Welt verkauft. (Nur um es klarzustellen: Sie hat eine Firma gehackt, die auf Spyware spezialisiert ist.) Einige Jahre später reichten mehrere NGOs eine Klage gegen diese Firma ein, die teilweise auf einigen Beweisen beruhte, die durch Phineas Fisher’s Hack gewonnen wurden. Das finde ich richtig krass! Lest mal rein: https://www.supernovamag.de/hacking-links-phineas-fisher-bank-leak-feministisch-antikapitalistisch/

Was ist gerade dein Lieblingsprojekt?

Mein großes aktuelles Projekt ist das in meinem Job als Werkstudentin: Ich arbeite an einer Open-Source-Verwaltungssoftware für NGOs. Ich füge Funktionalitäten hinzu und passe die Software an die Bedürfnisse der NGOs an, wobei ich hauptsächlich in PHP programmiere.

Was würdest du gern zukünftig einmal probieren/lernen/können?

Ich habe viele Ideen: Ich würde gerne einen Raspberry Pi als meinen Backup-Server einrichten. Ich würde gerne ein Programm schreiben, das die eigene individualisierte Google-Ergebnis-Bubble zerstört, indem es ständig nach random shit sucht. Oder vielleicht einen Workshop dazu veranstalten, was jeder tun kann, um seine Daten zu schützen. Wenn wir über “Datenschutz” sprechen, klingt das oft wie eine langweilige bürokratische Anforderung. Aber unsere Daten sagen anderen, wie wir denken und fühlen, wie wir leben und entscheiden, wie unser Kopf funktioniert! Datenschutz macht einen der Unterschiede zwischen Manipulation und Selbstbestimmung aus. Es geht um nichts weniger als um Freiheit. Deshalb mag ich den Begriff “digitale Selbstverteidigung” lieber. Also schreib gerne, wenn du Lust auf eins dieser Projekte hast - oder wenn du eigene Ideen hast, die irgendwie damit zusammenhängen :)

Was war bisher deine größte Herausforderung als Programmierer*in?

Hmm… Während dem Programmieren nicht mit meinem Computer zu reden…? :)

Welches Klischee übers Programmieren kannst du sofort widerlegen?

Die Vorstellung, dass man als echter Technik-Mensch schon mit 14 nächtelang auf LAN-Partys mit den Jungs rumgehangen hat. Ich war nie Teil von sowas. Zu Beginn meines IT-Studiums hatte ich manchmal das Gefühl, dass die anderen wie von Zauberhand auch das wussten, was nirgendwo erklärt wurde. Wenn du in der gleichen Situation bist, nicht den Mut verlieren! Vielleicht helfen dir diese vier Erfahrungen:

  1. Es ist schon die halbe Miete, die richtigen und fancy Begriffe zu kennen, auch für simple Sachen.
  2. Gut recherchieren zu können ist genauso wichtig wie Dinge zu wissen (oder sogar noch wichtiger). Besonders beim Programmieren.
  3. Für mich war es fürs Studium essentiell zu lernen, wie man verliert. Ich war in der Schule immer gut, und auch in Politikwissenschaft bin ich nie durch eine Klausur gefallen. Ich musste lernen, dass ich manchmal hart für Dinge kämpfen muss, die Teil des ganz normalen Lehrplans sind.
  4. Du wirst dich schon durchbeißen, solange du den Feind nicht unterschätzt :)

Hast du eine Buch / Podcast / Tutorial / Film oder Event-Empfehlung?

Der Film “Hackers” von 1995 :) Und dieser dokumentarische Rückblick über die Anfänge des Chaos Computer Clubs: “ALLES IST EINS. AUSSER DER 0.” (https://allesisteins.film/). Er kommt ab Januar 2021 in die Kinos. Und als Event kann ich dir den Chaos Communication Congress empfehlen!